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Herbert Martin lebt nicht mehr

 

Als Webmaster dieser Seite möchte ich Gudrun Martin im Namen der vielen Igelfreunde, denen Herbert und Gudrun Martin mit Rat und Tat zur Seite standen unser tiefes Mitgefühl aussprechen. 

Herbert Martin hinterlässt eine große Lücke im Tierschutz. Wir alle danken ihm für den jahrzehntelangen, ehrenamtlichen Einsatz für die Igel. Unsere Gedanken sind bei Gudrun, wir wünschen Dir viel Kraft für die kommende Zeit. 


 Traueranzeigen/ Main Post Würzburg

Das Aus nach 31 Jahren – Igelstation Gerbrunn schließt

Die Igelsaison startet – doch in diesem Jahr ohne Familie Martin. Mehr dazu:

Link zu: https://www.tvmainfranken.de/mediathek/video/das-aus-nach-31-jahren-igelstation-gerbrunn-schliesst/

 

Die Igelstation Martin in Gerbrunn musste schweren Herzens
aus gesundheitlichen Gründen schließen.


Wenn jetzt Igel herumlaufen, bitte ihnen täglich frisches Wasser und ca. 300 g Katzennassfutter hinstellen.
Mehr dazu und Tipps für verletzte Igel....hier klicken


Igel sind Wildtiere und durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Aufnahme eines Igels ist nur ausnahmsweise bei verletzten oder kranken Tieren erlaubt - danach müssen sie unverzüglich wieder freigelassen werden. 
   
Bitte nehmen Sie keine gesunden Igel mit nach Hause!!!
 


Liebe Igelfreunde

Bitte verwenden Sie NIEMALS solche oder ähnliche Kleintier (Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen, usw.) -käfige oder -ausläufe als Igelgehege. 


Sie sind viel zu klein! Die Igel geraten in Panik, wenn sie in kleine Käfige gesperrt werden und versuchen alles um zu entkommen. 

Da die Igel gut klettern können und natürlich aus ihrem Gefängnis ausbrechen wollen, besteht bei dieser Art von Käfigen die Gefahr, dass sie mit ihren Pfoten oder dem Kopf in den Gittern hängenbleiben, was nicht selten mit einem qualvollen Tod endet!

Wir hatten leider schon Igel mit abgestorbenen Beinen, weil sie im Hasendraht hängenblieben. Oder mit dem Kopf in den Käfiggittern. Oder mit blutenden Pfoten, weil sie in ihrem Karton die ganze Nacht im Kreis gelaufen sind. Wir bekamen auch schon Igel, die sich in ihren Gefängnissen die Zehen abgebissen haben.

Bei kurzzeitiger Unterbringung sollte die zur Verfügung stehende Bewegungsfläche des Tieres mind. 4 qm betragen.

Der Igel ist ein Wildtier und läuft in der Nacht eine Strecke bis zu 3 Kilometern. Bei Hunger ist er auf Futtersuche auch tagsüber unterwegs.

Deshalb ist es Tierquälerei, die Tiere in Kartons zu halten. 

Ebenso viel zu klein sind alle Arten von Kleintiergehegen.

Auch die Haltung in solchen Käfigen ist aus unserer Sicht  Tierquälerei!


Artgerechte Igelhaltung:


Bei uns kommen die Igel, wenn sie fit sind und selbst fressen können, in diese Außengehege, die naturgemäß sind und auf die Bedürfnisse des Igels eingerichtet wurden. Hier können die untergewichtigen Igel ihren Winterschlaf verbringen. Wenn sie zwischenzeitlich aufwachen, werden sie gefüttert und nach 5 bis 6 Tagen setzen sie ihren Winterschlaf fort.


Artgerecht ist auch die Haltung in Zeitungspapier nicht. Bei uns kommt nur feines Heu zum Einsatz, das hat sich in 31 Jahren gut bewährt. Es hält die Wärme und wird immer zeitnah gewechselt, wegen evtl. Unreinheiten und damit es nicht feucht wird.

Zum jetzigen Zeitpunkt, Mitte November ohne Frost und Schnee, haben Igel, die über 300 Gramm wiegen, noch genügend Zeit, um sich die restlichen 200 Gramm anzufressen, die als Mindestgewicht gelten um durch den Winterschlaf die Zeit bis zum Frühjahr zu überbrücken.

Deshalb unsere Bitte an Sie, liebe Igelfreunde: 

Sammeln Sie nicht jeden Igel ein, den Sie jetzt sehen! Und bitte glauben Sie nicht, dass er in den Winterschlaf fällt, wenn Sie ihn ohne Versorgung in einem Käfig oder Karton in den Keller stellen. Ihr eingesperrter Igel ist damit zum Tode verurteilt. Er fällt  nicht in den Winterschlaf. 

Er  wird VERHUNGERN!

Igel die im Keller „überwintert“ werden schlafen in der Regel nicht ein, weil es im Keller zu warm ist. Das bringt ihre biologische Uhr völlig durcheinander. Eine große Anzahl dieser Tiere stirbt oder ist im Frühjahr völlig durchgedreht.
 
Wenn ein Igel in einem Garten lebt, dann bitte jeden Tag genügend Katzendosenfutter (200 – 400 Gramm) hinstellen, dann kann er beruhigt mit noch mehr Gewicht in den Winterschlaf gehen.

Der Beginn des Winterschlafs ist für die Jungigel wetterabhängig. Die alten Igel mit 1000 Gramm und mehr gehen meist schon Ende Oktober in Winterschlaf. Sie haben genug Reserven um erst im Frühjahr wieder aufzuwachen. Die jüngeren Igel sind so lange wie möglich auf Futtersuche und gehen in den Winterschlaf wenn es ca. 5 Tage so richtig Nachtfrost gibt.

Im Winterschlaf reduziert der Igel seinen Stoffwechsel um Energie zu sparen. 
Dazu senkt er: den Herzschlag von 180 Schlägen/Min auf 6-8/min, die Atmung von 40-50/min auf 3-4/min
die Körpertemperatur von 36°C auf 5°C.
 
Ein Igel der mit Untergewicht in den Winterschlaf geht, stirbt nicht. Wenn seine Energiereserven aufgebraucht sind, wacht er auf. Leider meistens zu einer Zeit mit Schnee und Eis. Wenn er jetzt auf Futtersuche gefunden wird, hat er Glück gehabt.

Und bitte vergessen Sie nicht:
 

Igel sind Wildtiere und durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Aufnahme eines Igels ist nur ausnahmsweise bei verletzten oder kranken Tieren erlaubt - danach müssen sie unverzüglich wieder freigelassen werden. 

 


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Katastrophe neben der Igelauffangstation in Gerbrunn.


Ein Paradies für unsere ausgesetzten Igel und andere geschützte Tierarten wurde vernichtet. Gerade zu einer Jahreszeit, als junge Igel unterwegs waren oder das erste Mal das Nest verließen, wurden sie geschreddert. Wie all die anderen Kleintiere auch, die nicht flüchten, sondern sich bei Gefahr zusammenrollen, weil sie keine Fluchttiere sind.

Obwohl es sich zum Teil um geschützte oder besonders geschützte Tiere handelt – der Igel steht auf der „Roten Liste“ der bedrohten Tierarten –, erfahren sie keinen Schutz. Im Fall des Igels greifen die Schutzvorschriften des BNatSchG (BundesNaturSchutzGesetz) nicht mehr, wenn für das Grundstück ein Bauvorhaben ansteht, weil es sich in einem offiziellen Baugebiet befindet. Deshalb ist das Bauvorhaben von der Gemeinde genehmigt worden, und aus diesem Grund hatte auch das Landratsamt keine Einwände. 

Wir sind der Ansicht, dass es nicht so weit kommen musste, dass die Igel, als besonders schützenswerte Art, getötet wurden. Man hätte die Igel retten können! 

Mir ist es unbegreiflich, dass das ganze Jahr von Natur- und Umweltschutz geredet wird, aber wenn es ums Geld geht (Steuereinnahmen) zählt das nicht mehr und alles ist anscheinend erlaubt.

Da wir zusehen mussten, wie unsere jahrzehntelange Arbeit in einem Tag vernichtet wurde, sind wir ernsthaft am überlegen, ob wir unsere täglichen Bemühungen (mit bis zu 300 Igeln im Jahr) aufgeben und unsere Igelauffangstation schweren Herzens schließen.

(Kommentar des Webmasters: Bitte nicht!  Ihr dürft die Igel nicht im Stich lassen, wo sie doch dort schon ihren Lebensraum verloren haben. Sie haben nur EUCH!)

Foto: Das Igelparadies wie es war, bevor die großen Maschinen erbarmungslos alles gerodet haben. Siehe Foto unten:

Wir möchten uns bei allen Menschen bedanken, die unsere Arbeit auch in dem schwierigen Jahr 2021 mit Pflegestellen oder Spenden unterstützen. Vielen Dank auch an die vielen Tierfreunde, die nicht wegschauen wenn ein Igel in Not ist und rechtzeitig in unserer Station um Rat und Hilfe bitten.

 


Wir würden uns sehr freuen:

 

Wenn es noch mehr Menschen gäbe, die bereit sind ihren Garten igelgerecht zu gestalten, sich als Pflegestelle zur Verfügung zu stellen.

 

Auch diese Beiden waren ein Teil unserer Tiere