Igel im Winter

Wenn Sie bei Schnee und/oder Dauerfrost einen Igel herumlaufen sehen, muss er bitte in die Station gebracht werden!

Anfang Dezember werden so langsam alle Igel ihr Winterquartier bezogen haben. Allerdings gibt es Ausnahmen, besonders wenn es noch für die Jahreszeit zu warm ist.

  Anfang Dezember sollte ein Igel möglichst 400 g auf die Waage bringen. Es gibt keine feste Regel wie man sich verhalten soll wenn man jetzt einen Igel sieht. 

Im Zweifel bitte immer die Igelstation zu Rate ziehen, den Igel wiegen, Katzennassfutter ca. 300 g und Wasser hinstellen. 

Tel. Igelstation Martin  0931/30489608 

Je nach Frostbeginn bis Ende November/Anfang Dezember, sind die jungen Igel unterwegs.
Wenn sie im August geboren wurden haben sie jetzt ca. 300 Gramm. Kamen sie erst Anfang September zur Welt müssten sie jetzt ca. 180-200 Gramm wiegen. Das ist völlig normal. Sie sind dann schon alleine unterwegs und auch am Tag zu sehen. Die nachtaktiven Tiere finden nachts zu wenig Futter und sind deshalb auch am Tag auf Futtersuche.
Sie sind reine Insektenfresser und ernähren sich von Raupen, Würmern, Spinnen, Schnecken, Käfern, Maden, Asseln usw. Sie nehmen kein Obst oder Gemüse zu sich. 

Es werden aber auch noch Ende September Igel geboren. Sie kommen mit ca. 20 Gramm zur Welt und können das nötige Grundgewicht noch nicht haben, um zu Beginn des Winters das Mindestgewicht von 500 Gramm zu erreichen. Sie sterben bei Wintereinbruch nicht. Sie gehen in den Winterschlaf, jedoch wachen sie auf, wenn ihre Energiereserven aufgebraucht sind. Das ist dann meistens mitten im Winter bei Eis und Schnee.

WICHTIG: Durch den Rückgang der Nahrungsgrundlage in der Natur (trockene Sommer, Insektensterben) ist es erforderlich die Igel ganzjährig und auf jeden Fall bis zum Winterschlaf ausreichend zu füttern.

Sind sie im Garten zu finden und haben sie dort womöglich auch ihren Unterschlupf, ist es meistens ausreichend ihnen jeden Abend 200-400 Gramm Katzendosenfutter und ein Schälchen Wasser bereit zu stellen. Keine Milch – davon werden sie krank und können sterben. Das Futter kann man katzensicher mit einer wasserdichten Kiste oder ähnlichem abdecken, beschweren (z.B. mit einem Stein) und mit einem Loch versehen, durch das nur der Igel kommt (etwa Männerfaustgroß). 
Sind sie unsicher oder sie haben nicht die Möglichkeiten ihn zu füttern, dann bitte wiegen und bei einer Igelstation um Rat fragen.

Was unter keinen Umständen getan werden darf:
- Igel dürfen nicht eingefangen und in den Wald getragen werden
- Igelnester dürfen nicht zerstört werden
- Igel die noch im Nest sind , dürfen nicht angefasst oder aus dem Nest entfernt werden
- Junge Igel, die offensichtlich fit und in der Gruppe unterwegs sind dürfen nicht eingefangen werden,
  da meistens die Mutter nachts kommt und sie mitnimmt.
  AUSNAHME: Eine Gruppe junger Igel welche noch halbnackt und blind sind. Die sind vor Hunger aus  
  dem Nest gekrochen, weil die Mutter nicht mehr kommt (Bitte sofort eine Igelstation anrufen).
- Igel dürfen nicht eingefangen und in eine Kiste oder Käfig gesperrt werden.

Das ist alles per Strafe verboten !!
Der Igel steht unter Naturschutz – BNatSchG §44
Der Bußgeldkatalog Bayern sieht bei Verstößen ein Bußgeld bis 50.000,-€ vor. (Text Herbert Martin)


 

Für den Spätherbst werden dringend Menschen gesucht, die in einem geschützten Bereich Igel aufnehmen und zufüttern können. Dazu eignen sich Gartenhäuser, Gewächshäuser, Schuppen, alte Ställe, Scheunen u.ä.

In diesem Video von Herbert Martin richtet sich ein Igel für seinen Winterschlaf ein. Viel Laub, in einem trockenen ungestörten Plätzchen ist für die nächste Zeit sein Zuhause. Deshalb bitte Laub- und Reisighaufen im Garten lassen.

Bitte lesen!  

Damit nicht aus Unwissenheit den Igeln  unnötiges Leid zugefügt wird.


Fehlverhalten und was nicht gemacht werden sollte.

In der letzten Zeit sind der Igelstation mehrere Vorgänge gemeldet worden die aus Unwissenheit von Tierfreunden leider alles Andere als tierschutzrelevant waren und bei den Igeln Leiden, Schmerzen und auch den Tod verursacht haben. Im Internet sind leider auch Informationen zur Igelhilfe zu finden, die absolut nicht geeignet sind Igel artgerecht zu versorgen.

Deshalb hier ein dringender Appell an alle Tierfreunde die einem gefundenen Igel Gutes tun möchten:

Hier einige Negativ-Beispiele:
1. Sechs junge Igel werden der Mutter weggenommen, weil sie „zu klein erscheinen“.
Sie werden der Mutter und ihrer Umgebung entrissen und in Kartons in den Keller gestellt. – Eingesperrt - Das ist Tierquälerei !
Wenn die Leute dann nicht mehr weiter wissen, z.B. weil die Igel bewegungslos im Karton liegen, rufen sie in der Igelstation um Hilfe.
Sie haben es nur gut gemeint und ihre Informationen aus dem Internet. Dort steht aber zum Beispiel auch, dass man die jungen Igel einfangen soll, in Kartons in den Keller sperren und nicht füttern soll, weil sie sonst nicht in den Winterschlaf gehen.
 Das Todesurteil für die Tiere.
Wie viele Informationen aus dem Internet ist das absoluter Quatsch und Aufforderung zu Tierquälerei.

Noch ein paar Beispiele:
2. Junge Igel werden in eine Kiste mit nassem Laub gesetzt. Die Kiste wird ins Freie oder in die kalte Garage gestellt. Die Tiere kühlen völlig aus und wenn sie dann halb tot sind wird in der Igelstation angerufen.
Auf ihr falsches Verhalten hingewiesen legen die Menschen empört auf und sind nicht bereit Ratschläge anzunehmen. (Um das Leben des ausgekühlten Igels zu retten, ihn umgehend auf eine Wärmflasche in einen wärmeren Raum zu setzten.)
 Das Todesurteil für die armen Tiere.


3. Ein großer Igel wird beobachtet wie er schon 3 Tage an der selben Stelle liegt. Erst dann wird in der Igelstation angerufen.


4. Ein großer Igel wird eingefangen, in den Wald gefahren und dort ausgesetzt, weil „er in den Wald gehört". Da freut sich der Uhu, Leibspeise: Igel
Leider war das eine Igelmutter. Zwei Tage später sind die Igelsäuglinge vor Hunger halbtot aus dem Nest gekrochen.


5. Viele Igel fallen in Kellerschächte. Sowohl große Igel aber auch junge Igel, die mit der Mutter schon unterwegs sind. Die Mutter springt dann ihrem Jungen hinterher und mit ihr die restlichen Jungtiere.
Statt die Igel aus dem Kellerschacht heraus zu holen, werden den Fleischfressern dann als Futter Apfelstücke in den Schacht geworfen, weil das so putzig aussieht. Wenn sie sich nicht mehr bewegen, kommt der Anruf in der Igelstation: „Was soll ich machen?“
 Igel fressen kein Obst und Gemüse.


6. Eine Biologin findet in ihrem leeren Swimmingpool einen jungen Igel. Der wird mit einem Käscher herausgefischt und zusammen mit einem Apfel in einen Eimer gesteckt. Statt dann sofort anzurufen bleibt der Igel im Eimer über Nacht im Freien stehen. Am nächsten Tag wird angerufen. Für den Igel sind das schlechte Aussichten.


In der Regel wird nach dem Fund eines Igels in der Igelstation angerufen und um Rat gefragt. Anhand einiger Fragen wird abgeklärt, ob der Igel in der Natur verbleiben kann, oder ob er hilfsbedürftig ist und gebracht werden muß. Das ist Tierschutz!

Aber da kommen Menschen ohne Voranmeldung mit einem Igel. Er soll begutachtet und untersucht werden, damit sie ihn wieder mitnehmen können. Ergebnis der Untersuchung: Der Igel ist unterernährt und muß medizinisch behandelt werden. Er muß in der Igelstation bleiben und in großen Außengehegen gepflegt und aufgepäppelt werden.
Reaktion der Igelbringer: Kommt nicht in Frage. Der Igel bleibt nicht hier. Er soll wieder mitgenommen werden.
Unsere Antwort: Tut uns leid, aber das geht nicht. Der Igel muß fachgerecht behandelt werden.
Reaktion: Kommt nicht in Frage, das Enkelkind möchte den Igel.
Frage: Haben sie denn ein Gehege und können den Igel pflegen?
Antwort. Nein, aber wir haben einen großen Karton. Außerdem will das Enkelkind den Igel wieder. Wie sollen wir ihm erklären, dass das nicht geht.
Ergebnis: Der Igel ist natürlich unter viel Protest in der Igelstation verblieben.

Das waren nur ein paar Beispiele mit welchem Verhalten wir in der Igelstation oft tun haben. Wir klären die Leute auf, wenn sie sich falsch verhalten haben und erfahren dann leider oft nur Anfeindungen und Beschimpfungen. Dazu unsere Bitte: „Wenn Sie einen Igel finden von dem Sie denken, er bräuchte Hilfe rufen Sie bitte sofort eine Igelstation an.

Igel sind Wildtiere und stehen unter Naturschutz. Es ist bei Strafe (bis 50 000 €) verboten Igel einzufangen und in eine Kiste oder Käfig zu sperren.

Auch wenn uns diese vielen Fälle von Igeln die unnötig Menschen-gemachtes Leid erleiden müssen und die Unbelehrbarkeit mancher „Tierfreunde“ oft so verzweifeln lässt, dass wir aufgeben möchten, werden wir zum Wohle der Tiere weiterhin alles tun, um jeden in Not geratenen Igel zu retten. (Herbert und Gudrun Martin)

Unter der Überschrift „Igel im Herbst“ lesen Sie bitte die Hinweise von Herrn Martin. 






Link von Tasso

https://www.tasso.net/Tierschutz/Tierschutzthemen/Wildtiere/Tierschutz-im-heimischen-Garten/Garten-und-Balkone-tierfreundlich-gestalten

Ein sehr schöner Artikel über die Igelkinderstation und die Arbeit der Martins von Diana Fuchs "IN FRANKEN" 8.9.2020

 https://www.infranken.de/lk/kitzingen/lokales/zum-anbeissen-suess-art-5066217

Diese 5 zwei Tage alten Igelbabies wurden heute am 5.9. in die Station gebracht. Menschen, die es gut meinten haben die Mutter in den Wald gebracht, damit sie nicht überfahren wird.

 Jetzt hofft Frau Martin, dass sie mit intensiver Betreuung die Winzlinge durchbringt. Das bedeutet, jede Stunde ein paar Tröpfchen Spezialmilch neben der vielen Arbeit mit den vielen vorhandenen Schützlingen.